Der Satz, um den es geht
Nicht der Preis entscheidet, ob du ein Werkzeug im Betrieb einsetzen darfst, sondern die Lizenz. Sie steht in den Nutzungsbedingungen, nicht auf der Preisseite.
Zwei Anbieter, zwei Ebenen
Chatfenster für den Alltag: ChatGPT und Claude. Entwicklerwerkzeug auf dem eigenen Rechner: Codex und Claude Code. Die 3D-Vorführungen laufen fast alle über die zweite Ebene.
Die Blender-Vorführung
Lief laut OpenAI über Codex, das Entwicklerwerkzeug: Blender wurde per Python-Skript gesteuert, nicht im Chatfenster bedient. Dass Codex über die Kommandozeile installiert wird, steht in dessen eigener Doku.
Atlas
„Atlas is entering early access with select partners.“ Zugang nur über Anfrageformular, kein Starttermin. Für einen Betrieb derzeit kein Werkzeug, sondern eine Ankündigung.
Marble — die Falle im Kleingedruckten
Frei zugänglich, aber AGB 3.3(a): „World Labs retains all rights in and to any Output generated by Free Account Users“, Nutzung „solely for personal, Non-Commercial Use“.
Meshy
Gratis-Stufe: 100 Guthabenpunkte im Monat, Ergebnisse unter CC BY 4.0 — geschäftliche Nutzung erlaubt, mit Namensnennung.
Tripo
Gratis-Stufe: 200 Punkte für etwa 13 Modelle, aber „Public Models · Non-Commercial Use“. Dieselbe Aufgabe wie Meshy, gegensätzliche Lizenz.
Wo die Lizenz steht
In der Tarifkarte des Gratiszugangs oder in den Nutzungsbedingungen, meist klein und englisch. Zwei Suchbegriffe genügen: commercial und license.
Blender — frei, auch geschäftlich
GPL. Die Stiftung schreibt ausdrücklich, du darfst verkaufen, was du erstellst. Keine Umsatzgrenze, keine Nennungspflicht. FreeCAD (LGPL 2.1) ebenso.
Was Blender an Hardware braucht
Minimum laut Stiftung: 4 Kerne, 8 GB Arbeitsspeicher, 2 GB Grafik — das erfüllt ein Bürorechner meist. Lange dauert nicht das Modellieren, sondern das Rendern. Wartezeit einplanen statt Hardware kaufen.
Unity
Kostenlos unter 200.000 US-Dollar — bei Dienstleistern zählen die Kunden zusammen, bei Eigennutzung der eigene Umsatz plus Kapital. Die Gebühr je Installation wurde am 12.09.2024 gestrichen, die Grenze verdoppelt.
Unreal — die Zweiteilung über 1 Mio.
5 % Umsatzbeteiligung nur für Spiele und weitergegebene Anwendungen. Für Visualisierung, Rundgang, Produktbild: 1.850 US-Dollar je Arbeitsplatz und Jahr.
Scannen mit dem Handy
Polycam: Bedingungen erlauben ausdrücklich „commercialize“, mit Namensnennung. Scaniverse: ebenfalls kostenlos, deckt gewerbliche Nutzung aber nicht ab.
Nicht nutzbar für euch
Hunyuan3D nimmt die EU von der gewerblichen Erlaubnis aus. TRELLIS und Stable Fast 3D brauchen eine eigene Grafikkarte.
Drei Leerstellen
Keine belegten Praxisfälle aus deutschen Betrieben. Keine unabhängigen Erfolgszahlen zu 3D im Handel. Und Art. 50 AI Act nennt Audio, Bild, Video, Text — 3D kommt nicht vor.