Eine einzelne Anfrage (Google, 08/2025)
Ein mittlerer Gemini-Textprompt: 0,24 Wattstunden, 0,26 Milliliter Wasser („etwa fünf Tropfen“), 0,03 Gramm CO₂. Googles Vergleich: so viel Energie wie neun Sekunden Fernsehen.
Dieselbe Anfrage, zweite Zahl
Google nennt zusätzlich 0,10 Wh und 0,12 ml — wenn man nur den rechnenden Chip zählt statt auch Kühlung, Leerlauf und Infrastruktur. Faktor 2,4 allein durch die Rechenweise.
Die 500-Milliliter-Zahl
Im Original: 500 ml für 10 bis 50 Antworten, also 10 bis 50 ml je Antwort. Die verbreitete Fassung ist um den Faktor 10 bis 50 zu hoch. Quelle: Ren u. a., UC Riverside, 2023.
Zwei Sorten Wasser
Direkt = Kühlwasser im Rechenzentrum. Indirekt = Wasser, das im Kraftwerk bei der Stromerzeugung verdunstet. Rund 75 Prozent der Gesamtmenge entfallen auf das Kraftwerk.
Zwei Studien, Faktor 14
Öko-Institut/Greenpeace für 2030: 664 Mrd. Liter (nur Kühlwasser). UN-Universität: 9,3 Billionen Liter (Kühlung plus Kraftwerk). Kein Widerspruch — verschiedene Messgrenzen.
Rechenzentren weltweit
2024 gemessen: 415 TWh, rund 1,5 Prozent des Weltstromverbrauchs. Prognose 2030: rund 945 TWh, knapp 3 Prozent. Quelle: Internationale Energieagentur.
Die Einordnung
Dieselbe Quelle: Das Wachstum der Rechenzentren macht weniger als 10 Prozent des weltweiten Zuwachses beim Strombedarf 2024–2030 aus. Industrie, Elektroautos und Klimaanlagen wiegen schwerer.
Deutschland
21,3 Mrd. kWh (= 21,3 TWh) im Jahr 2025 von 465,8 TWh Gesamtverbrauch, also rund 4,6 Prozent — dreimal so viel Anteil wie weltweit. Grund: Deutschland ist Rechenzentrumsstandort. Die Industrie verbraucht mit 190 TWh das Neunfache.
Training oder Nutzung
Google 40/60, Meta 20/70, UN-Universität 80 bis 90 Prozent Nutzung. Das Training ist einmalig, die Nutzung passiert millionenfach. Der Hebel liegt bei der eigenen Nutzung.
Bild gegen Text
Textanfrage rund 0,24 Wh, Bildgenerierung rund 2,9 Wh — etwa zwölfmal so viel. Zwischen Bildmodellen liegen bis zu 46-fache Unterschiede. Die Promptlänge hat keinen messbaren Einfluss.
Preis sagt nichts über Verbrauch
41 KI-Bilder für ein Kursdeck: geschätzt 0,12 kWh Strom, rund vier Cent. Bezahlt: 2.923 Credits statt 125 ohne Bilder. Teuer heißt nicht umweltschädlich, billig nicht umweltfreundlich.
Die Gegenrechnung hält nicht
Die 40 Prozent Kühlungsersparnis bei Google stammen von 2016 (Einzelfall), die Materialforschungserfolge haben dokumentierte Gegenkritik, zu Gebäuden und Verkehr fand sich nichts Belastbares. „KI spart mehr als sie verbraucht“ ist bisher unbelegt.
Beide Seiten haben ein Interesse
Sam Altman nannte die Wassersorgen im Februar 2026 „totally fake“. Bei der 17-Gallonen-Zahl hat er recht. Seine Begründung (keine Verdunstungskühlung mehr) betrifft aber nur den direkten Anteil — den kleineren.
Die drei Prüffragen
Pro was? — Was ist mitgerechnet? — Welches Wasser? Wer diese drei Fragen zu einer Zahl nicht beantworten kann, sollte sie nicht weitergeben.