Dieses Blatt sammelt kein Wissen ab — hier prüfst du selbst. In sechs Etappen klärst du, ob dein Wunschwerkzeug überhaupt gewerblich nutzbar ist, ordnest fünf Werkzeuge ein, nimmst eine KI-Vorführung auseinander und rechnest deinen ersten eigenen Fall durch.
| Werkzeug | Wofür | Darfst du damit Geld verdienen? |
|---|---|---|
| Blender | 3D gestalten, Produktbilder, Animation | Ja, ohne Einschränkung (GPL). Bei Erweiterungen zählt nicht der Kaufpreis, sondern der Dienst dahinter — siehe Kasten unten |
| FreeCAD | maßgenau konstruieren für die Fertigung | Ja, ohne Einschränkung (LGPL 2.1) |
| Unity Personal | begehbare Szenen, Echtzeit | Ja, bis 200.000 US-Dollar |
| Unreal Engine | begehbare Szenen, Visualisierung | Ja unter 1 Mio. USD. Darüber: 5 % nur für Spiele, sonst 1.850 USD je Arbeitsplatz und Jahr |
| Meshy | aus Text ein 3D-Modell | Ja, mit Namensnennung (CC BY 4.0) |
| Polycam | mit dem Handy scannen | Ja, mit Namensnennung |
| Tripo | aus Text ein 3D-Modell | Nein — Gratis-Stufe ist Non-Commercial |
| Marble | Räume aus Bildern erzeugen | Nein — Ergebnisse gehören dem Anbieter, nur privat |
| Scaniverse | mit dem Handy scannen | Nein — gewerblich nicht gedeckt |
| Atlas | Weltmodell, Räume aus Video | Kein Zugang — nur ausgewählte Partner |
| Hunyuan3D | aus Text ein 3D-Modell | Nicht in der EU — Lizenzgebiet nimmt sie aus |
| TRELLIS, Stable Fast 3D | aus Text ein 3D-Modell, lokal | frei, aber eigene Grafikkarte nötig |
Die beiden Ebenen jedes Anbieters: Für den Alltag gibt es das Chatfenster — ChatGPT bei OpenAI, Claude bei Anthropic. Daneben steht ein Entwicklerwerkzeug, das auf deinem Rechner läuft und dort Programme bedienen kann: Codex und Claude Code. Die meisten 3D-Vorführungen laufen über die zweite Ebene.
Bei einer gekauften Erweiterung denkt man zuerst an Nutzungsbedingungen für den Kaufpreis. Bei Blender liegt es anders herum. Die Stiftung schreibt: Wer eine Erweiterung veröffentlicht, muss sie unter einer GPL-verträglichen Lizenz herausgeben — „You are free to sell such scripts … Your customers will receive the script under the same license (GPL)". Du bezahlst also für den Bezug, nicht für ein Weitergabeverbot. Der Programmcode kann dir nicht verbieten, deine damit erzeugten Bilder zu verkaufen.
Die Einschränkung sitzt woanders — im Dienst dahinter. Ein KI-Add-on rechnet fast nie auf deinem Rechner, es schickt deine Daten an einen Server. Was dort läuft, erfasst die GPL nicht: Laut GPL-Handreichung der Free Software Foundation muss ein Anbieter, der ein Programm nur auf dem eigenen Server betreibt, seine Änderungen nicht offenlegen. Für dich heißt das: Nicht die Erweiterung prüfen, sondern den Dienst, den sie anspricht.
Daran erkennst du es sofort: Die offizielle Plattform extensions.blender.org verbietet in Regel 3.10 Erweiterungen, deren Funktion an „purchasing additional content, registration on external service, payments or keys" hängt. Ein KI-Add-on braucht fast immer genau das. Deshalb findest du dort kein einziges. Wer KI in Blender einbaut, verlässt also zwangsläufig den geprüften Bereich — und landet bei fremden Geschäftsbedingungen.
| Reihenfolge | Inhalt |
|---|---|
| Davor | Grundbegriffe 3D — die Wörter: Mesh, Rendern, Dateiformate |
| Dieses Blatt | Was davon ein Betrieb heute wirklich benutzen darf |
| Verwandt | Claude Code und Astra in der Praxis — die zweite Ebene neben dem Chatfenster |
Die Lizenzangaben stammen von den Anbieterseiten selbst (blender.org, wiki.freecad.org, unity.com, unrealengine.com, meshy.ai, tripo3d.ai, poly.cam) sowie aus den Nutzungsbedingungen von World Labs. Alle am 8. und 9. September 2026 abgerufen.
Was zuerst veraltet: Lizenz- und Preisbedingungen der KI-Dienste ändern sich häufig. Sollte eine Anbieterseite etwas anderes sagen als dieses Blatt, gilt die Anbieterseite. Genau deshalb ist das Nachschlagen in Etappe 2 die Aufgabe und nicht das Auswendiglernen.
Lieber offline arbeiten? Speichere dieses Arbeitsblatt mit deinen Antworten als PDF.
Klicke auf den Button und wähle „Als PDF speichern".