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Gehirn-Computer-Schnittstellen · Praxis · zwei Teile

Prüfen Sie nach, bevor Sie glauben

Sie nehmen drei Aussagen, die im Vortrag aufgelöst wurden, und prüfen sie selbst mit den vier Fragen. Danach füllen Sie eine Entscheidungsvorlage für einen Anbieter-Fall in Ihrem eigenen Betrieb aus und lassen zum Schluss eine KI eine Meldung bewerten – um zu sehen, ob sie dieselben Fehler macht wie die Schlagzeilen davor.

Das Blatt gehört zu beiden Terminen des Moduls und setzt den Stoff aus Teil 1 und Teil 2 voraus.

ca. 30–35 Min.6 AufgabenkostenlosVersand oder PDF
Der Gedanke hinter den sechs Aufgaben: Eine Schlagzeile kann wahr klingen und trotzdem die falsche Frage beantworten. Die vier Fragen aus dem Vortrag – Was genau wurde gemacht? Wer sagt das? Woran wurde es gemessen? Was folgt daraus für mich? – trennen die Ankündigung vom Beleg. Sie üben das zuerst an drei Meldungen aus dem Modul, dann an einem Fall aus Ihrem eigenen Betrieb, und zum Schluss an einer Antwort, die eine KI Ihnen gibt.
Kostet Sie nichts

Alle sechs Aufgaben lösen Sie mit dem, was Sie aus den Vorträgen mitgebracht haben, plus einem kostenlosen ChatGPT- oder Claude-Zugang für Aufgabe 6. Kein Bezahlzugang, kein API-Key, keine Installation nötig.

Was Sie brauchen

Ihre Erinnerung an Teil 1 und Teil 2 des Vortrags (oder die Folien griffbereit), einen Browser und, für Aufgabe 6, einen kostenlosen KI-Zugang oder ersatzweise eine Meldung aus Ihrer eigenen Zeitung oder Branche. Termin verpasst? Die Kurz-Zusammenfassungen in Quiz Teil 1 und Quiz Teil 2 enthalten alles für die Aufgaben 1 bis 4.

Nachschlagen 1 · Begriffe aus den Aufgaben

Je ein Satz, in der Formulierung der Folien. Wenn Sie beim Ausfüllen hängen, schlagen Sie hier nach.

BegriffIn einem SatzFür Aufgabe
Gehirn-Computer-SchnittstelleLiest elektrische Signale direkt aus dem Gehirn und wandelt sie in Befehle für einen Computer oder ein Gerät um.1–3
ImplantatEin Gerät, das operativ in den Körper eingesetzt wird.1–3
ElektrodeEin winziger Kontakt, der elektrische Signale aufnimmt — bei einem Implantat aus dem Gehirn, bei einem Stirnband von der Kopfhaut.3, 4
ZulassungEine behördliche Erlaubnis, ein Gerät zu verkaufen.2, 3
„Durchbruch"-Status (Breakthrough)Ein Status der US-Behörde FDA, der nur die Prüfung beschleunigt — kein Gütesiegel und keine Zulassung.1, 2
StudieEine wissenschaftliche Untersuchung an einer festgelegten Zahl von Menschen.3
VergleichsgruppeEine zweite Gruppe, an der sich zeigen lässt, ob eine Besserung wirklich am Gerät lag.3
Fachzeitschrift / BegutachtungEin Fachblatt mit unabhängiger Prüfung durch andere Fachleute vor dem Druck.2, 3
EEGElektroenzephalografie: Elektroden auf der Kopfhaut lesen die elektrische Aktivität des Gehirns von außen ab.4
KI-VerordnungDas EU-Gesetz zur Künstlichen Intelligenz.4
DSGVODas europäische Datenschutzgesetz.4
GesundheitsdatenEine besonders geschützte Datenkategorie nach der DSGVO.4
BetriebsratDie gewählte Vertretung der Beschäftigten im Betrieb.4
MitbestimmungDas gesetzliche Mitspracherecht des Betriebsrats, zum Beispiel bei Geräten zur Leistungs- oder Verhaltenskontrolle.4
SupportDie Betreuung und Wartung eines Geräts durch den Hersteller, nachdem es verkauft wurde.5
SprachmodellEin KI-Programm, das aus vielen Texten gelernt hat, welche Wortfolge am wahrscheinlichsten ist — dieselbe Technik wie bei ChatGPT oder Claude.6

Nachschlagen 2 · Die vier Fragen

Diese vier Fragen tragen die Aufgaben 1 bis 3 und 6. Ein Satz je Frage, damit Sie beim Ausfüllen nicht erst zurückblättern müssen.

FrageWorauf sie zielt
1. Was genau wurde gemacht?Trennt die Ankündigung eines Vorhabens von der tatsächlichen Umsetzung.
2. Wer sagt das?Firma, Investor, Behörde oder unabhängige Fachzeitschrift — das macht einen Unterschied.
3. Woran wurde es gemessen?Ohne Studiendaten, Fallzahl oder Vergleichswert ist eine Zahl nur eine Behauptung.
4. Was folgt daraus für mich?Ob und wie die Meldung eine eigene Entscheidung beeinflussen sollte.
1
Teil A · Meldungs-Check 1 von 3

Die Zahl vom Investor

So oder ähnlich verbreitet sich diese Zahl in Berichten und sozialen Netzwerken.

Die Aussage

„Über 40 Menschen tragen weltweit ein Hirnimplantat von Blackrock Neurotech."

Denken Sie an das, was in Teil 2 zur Blackrock-Zahl gesagt wurde — woher „über 40" wirklich stammt und was das Wort dort genau bedeutet.

Datenschutz:Bitte keine echten Personen-, Kunden-, Bestell-, Zahlungs- oder Zugangsdaten eintragen.
1. Was genau wurde gemacht?
2. Wer sagt das?
3. Woran wurde es gemessen?
4. Was folgt daraus für mich? (freiwillig)
Mein Urteil in einem Satz
✓
Danach haben Sie: Eine Firmenzahl von einer Investorenzahl unterschieden — und gesehen, dass „angewandt bei" nicht dasselbe ist wie „trägt ein Implantat".
2
Teil A · Meldungs-Check 2 von 3

Die drahtlose Schnittstelle

Ein Fachmagazin für Ärzte hat diesen Satz in einer Nachrichtenmeldung geschrieben und ihn der Firma zugeschrieben.

Die Aussage

„Die erste drahtlose Gehirn-Computer-Schnittstelle mit Behördenzulassung."

Denken Sie an das, was in Teil 2 im Zulassungsdokument selbst stand — zu Funk und zu Software.

Datenschutz:Bitte keine echten Personen-, Kunden-, Bestell-, Zahlungs- oder Zugangsdaten eintragen.
1. Was genau wurde gemacht?
2. Wer sagt das?
3. Woran wurde es gemessen?
4. Was folgt daraus für mich? (freiwillig)
Mein Urteil in einem Satz
✓
Danach sehen Sie: Wie eine vorsichtige Firmenformulierung auf dem Weg durch die Fachpresse zu einer Schlagzeile wird, die im Dokument selbst so nicht steht.
3
Teil A · Meldungs-Check 3 von 3

Die Zulassung aus China

Die Aussage stimmt im engen Sinn — die Frage ist, worauf sie beruht.

Die Aussage

„China lässt als erstes Land eine implantierte Gehirn-Computer-Schnittstelle zum Verkauf zu."

Denken Sie an die Auflösung aus Teil 2: Patientenzahl, Beobachtungszeit, Vergleichsgruppe, und wo die Ergebnisse veröffentlicht wurden. Zur Einordnung von „als erstes Land": Gemeint ist eine implantierte Schnittstelle, mit der ein gelähmter Mensch ein Gerät steuert — hier über einen Handschuh wieder greifen kann. Ein Hirnstimulator wie Medtronics BrainSense Adaptive zählt hier nicht dazu. Er ist in den USA seit Februar 2025 zugelassen, erfasst Hirnsignale und stellt damit die Stimulation selbst nach. Der Hersteller nennt das „brain-computer interface technology", aber ein Gerät steuert damit niemand.

Datenschutz:Bitte keine echten Personen-, Kunden-, Bestell-, Zahlungs- oder Zugangsdaten eintragen.
1. Was genau wurde gemacht?
2. Wer sagt das?
3. Woran wurde es gemessen?
4. Was folgt daraus für mich? (freiwillig)
Mein Urteil in einem Satz
✓
Danach unterscheiden Sie: Eine Zulassung ist real, und eine unabhängige Fachveröffentlichung ist trotzdem noch etwas anderes.
4
Teil B · Betriebsfall 1 von 2

Das Stirnband-Angebot: Entscheidungsvorlage

Ein Anbieter schlägt vor, Stirnbänder im Team zur Stress- und Konzentrationsmessung einzusetzen und die Werte per KI-App des Anbieters auszuwerten. Füllen Sie die Vorlage aus, so wie Sie es vor einer echten Anschaffung tun würden.

Hinweis

Diese Aufgabe stellt die Rechtslage dar, wie sie im Vortrag erklärt wurde. Das ist keine Rechtsberatung. Vor einer echten Anschaffung gehört eine rechtliche Prüfung durch eine Fachperson dazu.

Datenschutz:Bitte keine echten Personen-, Kunden-, Bestell-, Zahlungs- oder Zugangsdaten eintragen.
✓
Danach haben Sie: Eine ausgefüllte Vorlage, mit der Sie ein echtes Angebot in Ihrem Betrieb tatsächlich prüfen könnten.
5
Teil B · Betriebsfall 2 von 2

Anbieterabhängigkeit: Ihr eigenes Werkzeug

Second Sight setzte Menschen ein Netzhautimplantat ein und setzte später den technischen Support weltweit aus. Das Implantat selbst lässt sich laut Firma weder reparieren noch ersetzen. Und Auskunft war schwer zu bekommen: Ross Doerr sollte 2020 ins MRT, seine Ärzte brauchten dafür Angaben zum Implantat, und von Second Sight kam nichts. Dieselbe Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter gibt es bei ganz gewöhnlicher Software, nur ohne die drastischen Folgen.

Ausweichvariante
Wenn Sie nicht über Software in einem Betrieb entscheiden: Nehmen Sie ein Werkzeug, das Sie täglich nutzen, auch privat — zum Beispiel Ihr E-Mail-Postfach oder eine Banking-App.
Datenschutz:Bitte keine echten Personen-, Kunden-, Bestell-, Zahlungs- oder Zugangsdaten eintragen.
✓
Danach wissen Sie: Ob es für Ihr wichtigstes Werkzeug einen echten Ersatzweg gibt — oder eine Lücke, die Sie jetzt kennen.
6
Teil C · KI-Probe

Lassen Sie eine KI eine Meldung bewerten

Jetzt prüfen Sie, ob ChatGPT oder Claude dieselben Fehler macht wie die Schlagzeilen aus Aufgabe 1 bis 3 — oder ob die Antwort sauber zwischen Ankündigung und Ergebnis trennt.

Prompt zum Kopieren — für ChatGPT oder Claude, kostenloser Zugang genügt
Bewerten Sie diese Meldung wie ein Faktencheck: „Neuralink-Patient spielt Counter-Strike mit Gedanken – bald steuern wir alle Computer so." Beantworten Sie der Reihe nach: 1. Was genau wurde gemacht, und was ist nur eine Ankündigung oder Vermutung? 2. Wer ist die Quelle dieser Meldung? 3. Woran wurde das gemessen? 4. Nennen Sie jede Zahl, die Sie in Ihrer Antwort verwenden, und sagen Sie mir genau, woher Sie sie haben. 5. Was würde das für einen kleinen Betrieb bedeuten, wenn es stimmt?

Die Schlagzeile haben wir für die Übung formuliert: Ein Teil stimmt, ein Teil ist zugespitzt. Nennt die KI eine Quelle, prüfen Sie, ob dort wirklich steht, was sie behauptet.

Ausweichvariante
Wenn Sie gerade keine KI nutzen können oder wollen: Nehmen Sie stattdessen eine Meldung aus Ihrer eigenen Zeitung oder Branche dieser Woche und tragen Sie dazu die vier Felder unten von Hand ein.
Datenschutz:Bitte keine echten Personen-, Kunden-, Bestell-, Zahlungs- oder Zugangsdaten eintragen.
Selbstkontrolle — haken Sie ab, was zutrifft
✓
Danach haben Sie: Eine eigene Erfahrung, ob eine KI-Antwort dieselben Fallen enthält wie eine Schlagzeile — und die Gewohnheit, das ab jetzt bei jeder Meldung zu prüfen.

Arbeitsblatt abschließen

Tragen Sie Ihren Namen ein und senden Sie Ihre Antworten, oder speichern Sie das Blatt lokal als PDF. Beides ist gleichwertig.

Datenschutz vor dem Absenden

Bitte keine echten Personen-, Kunden-, Bestell-, Zahlungs- oder Zugangsdaten eintragen. Für diese Übung brauchen Sie keine davon. Eine freiwillige Übermittlung Ihrer Antworten beruht auf Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO und kann jederzeit für die Zukunft widerrufen werden.

Datenschutzhinweis

Verantwortlicher: Daniel Wagmann · danielwagmann@amzmanager.de

Zweck: Auswertung des Lernfortschritts im KI-Kurs.

Daten: Name, freiwillige Firmenangabe, Ihre Antworten und ein Zeitstempel.

Übermittlung: Technisch über Web3Forms an den Kursleiter.

Rechte: Auskunft, Berichtigung, Löschung und Widerruf jederzeit per E-Mail.

So geht es im Kurs weiter

Alle Aussagen in diesem Blatt sind Stand 17.09.2026 und stammen aus den geprüften Gliederungen zu Teil 1 und Teil 2 dieses Moduls.

Quellen

Die wichtigsten Primärquellen zu den Aussagen in diesem Blatt